Naturschutzwanderung Hergershäuser Wiesen mit Dr. Wolfgang Heimer

Bericht folgt🙂

Wallfahrtsweg Lichtenklingen


Die Ortsgruppe des OWK Otzberg wanderte am 27. März 2022 beiherrlichem Märzwetter auf dem Wallfahrtsweg Lichtenklingen  rund um Siedelsbrunn im südl. Odenwald.

Die 38 Wanderer und Wanderinnen starteten in SIEDELSBRUNN unterhalb des HARDBERGS, mit 593 m der dritthöchste Berg im Odenwald, direkt an der Grenze zwischen dem kristallinen und dem Sandstein-Odenwald gelegen. Er wird gekrönt vom weithin sichtbaren Sendeturm des Hessischen Rundfunks.

Gleich zu Beginn der Wanderung bewegte sich die Gruppe auf dem historischen Skigelände des ehemaligen Wintersport- und heutigen Höhenerholungsortes. Direkt an unserem Parkplatz Hardberg, am heutigen Kloster „BUDDHAS WEG“ (buddhistisches Kloster), befand sich die HARDBERGSCHANZE, eine freitragende Holzschanze, die 1953 von einem aus dem Riesengebirge vertriebenen Aussiedler erbaut wurde. Dieser wollte auch in seiner neuen Heimat sein winterliches Hobby betreiben und fand in Hessenlotto einen Sponsor, der mit 15 000 DM den Bau finanzierte. Der Schanzenrekord auf dieser Schanze betrug 35 m! Infolge von Witterungsschäden an der Holzkonstruktion wurde die Schanze bereits 1966 abgerissen und danach nicht wieder aufgebaut.

Danach passierten wir die Trasse der ehemaligen Bobbahn, die sich unterhalb des Hardbergs befand und querten schließlich den Skihang mit seiner 1,5 km langen Abfahrt ins EITERBACHTAL. Im Übrigen wurde bereits damals, erstmals in Europa!, zum Betrieb der winterlichen Anlagen Kunstschnee produziert.

Auf einem Höhenweg am Grat des Hardbergs, durch wunderschönen, gesunden Nadelwald, erreichte die Gruppe nach kräftigem Aufstieg mit der STIEFELSHÖHE (584m) den vierthöchsten Berg im Odenwald. Dort wurde die hessisch- baden-württembergische Grenze überquert und als nächstes Kleinod erwartete die Gruppe die STIEFELSHÜTTE, vor Corona die einzige ganzjährig bewirtschaftete Hütte im Odenwald. Sie ist aus einer Behausung für die Steinbrucharbeiter hervorgegangen; in unmittelbarer Nähe befindet sich noch ein imposanter aufgelassener Steinbruch, der schon von den Römern benutzt wurde. Heute dient der Steinbruch als Kletterwand für die Kletterer des Alpenvereins.

Auf baden-württembergischen Gebiet gab es im weiteren Verlauf noch die STEINERNE BANK, 4,05 m lang und von Steinmetzen um 1905 errichtet, zu bestaunen. Von hier bot sich der Gruppe ein herrlicher Blick ins EITERBACHTAL.

Auf einem romantischen Serpentinenpfad abwärts erreichte die Gruppe dann den LICHTENLINGER HOF, der ein mystisches Plätzchen für die Mittagsrast bot. Von „Hof“ war dort wenig zu sehen, aber früher gab es an dieser Stelle einen ansehnlichen landwirtschaftlichen Betrieb mit Stallungen und Scheunen, der über 100 Morgen Äcker und Wiesen und gut 200 Morgen Wald bewirtschaftete.

Nach Zerstörungen und Plünderungen im dreißigjährigen Krieg diente der Hof nur noch begrenzt zum Lebensunterhalt einiger privater Bauern. Mit der Auswanderungswelle im 18. Jahrhundert nach Amerika wurde die Bewirtschaftung nach und nach noch mehr reduziert und schließlich ganz eingestellt. Übrigens wanderte von dort 1741 ein HANS NIKOLAUS EISENHAUER aus; er soll ein Vorfahre des späteren US-Präsidenten DWIGHT EISENHOWER gewesen sein. Der neue Besitzer, das Land Hessen, hat das Anwesen dann 1840 auf Abriss versteigert und nur ein Gebäude als Forstwohnung erhalten. Zu sehen gab es noch die in einen Sandsteintrog eingefasste Quelle. Sie war bereits aus Keltenzeit als Quellheiligtum bekannt und seinem Wasser wird wundheilende Wirkung nachgesagt; außerdem soll der Genuss des Wassers für reichlich Kindersegen sorgen. Gemäß der Inschrift an einem ähnlichen Erbacher Brunnen:

„ Leit, die wo ko Kinner wolle,

derfe do ko Wasser holle;

awwer Leit, die Kinner wolle,

solle holle, holle, holle!

Weit bedeutender ist die Ruine der von Mönchen des KLOSTERS LORSCH bereits im 13. Jahrhundert erbauten Wallfahrtskapelle „UNSERER LIEBEN FRAU“ auf diesem Gelände. Hintergrund der Wallfahrt ist ein Gnadenbild der Mutter Gottes mit Jesuskind. Die stattliche Kapelle wurde zur Reformationszeit aufgegeben und verfiel danach zur Ruine. Viele Sagen und Mythen ranken um diese Kapelle. So verbrachte man nach Aufgabe der Kapelle die Marienfigur in eine Kapelle nach UNTER-ABTSTEINACH. Aber am nächsten Morgen war sie wieder an ihrer alten Stätte und war zur ihrem Platz zurückgegehrt. Das soll sich dreimal so zugetragen haben, ehe sie dann doch endgültig in Unter-Abtsteinach blieb. Trotz Zerstörung blieb die Ruine aber immer weiter ein Ort der Marienverehrung.

Seit 1980 wurde die Wallfahrt wieder aufgenommen; sie findet jährlich am Sonntag nach Christi Himmelfahr (15.August) statt. Dabei wird die Marienfigur und das Wallfahrtskreuz, mit fast lebensgroßem Korpus, von den Pilgern gemeinsam aus der Marienkirche in Unter-Abtsteinach zur LICHTENKLINGERKAPELLE getragen.

Durch das einsame EITERBACHTAL, eins der schönsten Odenwälder Täler, ging es dann nach der Pause wieder, getrennt in A- und B-Gruppe, bergauf nach Siedelsbrunn und zu unserem Ausgangspunkt, dem Parkplatz am Hardberg, zurück.

Von hier aus fuhren dann beide Gruppen in das nahe gelegene OBER-ABTSTEINACH,  wo wir im Gasthaus zum GOLDENEN BOCK gegen 15.00 Uhr unsere Abschlussrast hielten und vorzüglich speisten.

Insgesamt erwanderte die A-Tour 13 km und überwand dabei 400 Höhenmeter, während die B-Gruppe knapp 10 km lief und auf 300 Höhenmeter kam.

Alle waren sich einig¸ hier stimmte einfach alles: Wetter, herrliche Natur, mystische kulturelle Orte, auch Unerwartetes, abwechslungsreiche Pfade und vorzügliche Bewirtung zum Abschluss.

Mit einem Dankeschön an die Wanderführer dieser herrlichen Frühjahrwanderung, die Familien Weichel und Delzeit , endete die Tour gegen 18.00 Uhr In Lengfeld.

 

Bericht Rundwanderung Tümpelkaskade

Rundwanderung Otzberg vorbei an der Tümpelkaskade

 

Am Sonntag, dem 6.3.2022 trafen sich über 40 Wanderer der OWK Ortsgruppe Otzberg bei allerbestem Wetter zu einer Rundwanderung um den Otzberg.

Angeboten wurden 2 Touren. Die eine startete in Lengfeld und führte vorbei an Bunden- und Heydenmühle nach Nieder-Klingen. Von da ging es über den malerischen Mahlheckenweg weiter nach Ober-Klingen. Der weitere Weg führte durch den Wald zur Hubertusruhe. Den Weg dorthin fand auch die 2. Gruppe, die am Parkplatz des Indianerspielplatzes gestartet war. Danach ging es durch ein romantisches, aber auch etwas unwegsames Waldstück zur Straße nach Hassenroth. Auf dieser mussten dann einige Meter zurückgelegt werden bevor der Weg an einer schönen Lichtung in ein Tal einbog.

Im Wald ging es bergauf, vorbei an den Fischzuchtteichen, zur Tümpelkaskade.  Diese wurden einmal künstlich angelegt und bildeten eine der Sehenswürdigkeiten in einem kleinen  botanischen Garten. Leider ist der Weg vorbei an den einzelnen Tümpeln nicht mehr im besten Zustand und teilweise durch Baumfällungen der letzten Wochen blockiert. Dies war jedoch kein großes Hindernis für die Wanderer, da einige von Ihnen ein paar Tage zuvor einen schönen Weg an und zwischen den Tümpeln begehbar gemacht hatten.

Es konnte nun eine beindruckende Sicht auf die kaskadenförmige Aneinanderreihung der kleinen Tümpel genossen werden.

Vorbei an Bauershecke, Siorsruhe (Das Bild zeigt einige Wanderer an dieser Stelle) und Indianerspielplatz erreichten die Wanderer nach 12 km die Einkehr auf dem Hering, dem La Trattoria, zur wohlverdienten Pause. Die nun hungrigen und durstigen Wanderer wurden hier nach ihren Wünschen sehr gut bewirtet.

Der Rückweg führte über den Zipfen am frühen Nachmittag bei strahlendem Sonnenschein zurück nach Lengfeld.