Auf dem Rheinterrassenweg von Oppenheim nach Bodenheim

Am Sonntag, den 07.10.2018,wanderte der OWK Otzberg bei herrlichem Oktoberwetter auf dem Rheinterrassenweg, der von Worms nach Mainz führt. Diesmal lief die gut 40-köpfige Gruppe die Königsetappe von Oppenheim  nach Bodenheim.

Nach der Busanreise erwartete die Gruppe bereits beim Etappeneinstieg in Oppenheim mit seinen verwinkelten Gassen und reizvollen Bauwerken eine geballte Ladung Kultur. Über die Merianstraße – der berühmte Kupferstecher Matthias Merian lebte und arbeitete über längere Zeit in Oppenheim und seine Tochter Maria Sybile Merian, die auf dem ehemaligen 500 DM-Schein abgebildet war, war eine berühmte Naturforscherin und Malerin – ging es zur Katharinenkirche, dem bedeutendsten Kirchenbau der Gotik am Rhein zwischen Straßburg und Köln. Besonders sehenswert war die legendäre Oppenheimer Fensterrose mit mittelalterlichen Glasscheiben von 1332/1333.

Schließlich beeindruckte auch die hoch über der Stadt gelegene Ruine der Burg Landskron mit ihren malerischen Ausblicken die Wanderer.

Weiter ging es über ausgedehnte Rebflächen nach Nierstein mit herrlichen Weitblicken auf die Schwabsburg und die Niersteiner Warte.

Dieser Weinort mit dem Ensemble aus Martinskirche und dem Markplatz war die nächste Sehenswürdigkeit dieser Etappe. Dabei umwanderten die OWK-ler auch die 2,1 ha große Weinlage GLÖCK, deren Name vom schallenden Geläut der Glocken der oberhalb liegenden Kilianskirche herrühren soll. Sie ist die älteste urkundlich erwähnte Weinbergslage Deutschlands und befindet sich heute im Besitz des Landes Rheinland-Pfalz.

Nach einer kleinen Stärkung in der Fockenbergshütte mit einem wunderschönen Blick auf den Rhein, stand dann die Natur im Fokus der Wanderung.

Die Durchquerung der berühmten Weinbergslage „Roter Hang“, dessen Sandsteine dem dortigen Wein einen besonderen Charakter geben und der tolle Blick auf die Rheininsel Kisselwörth mit dem Inselhaus aus dem Jahr 1900 gefielen besonders bei diesem Abschnitt..

Dann folgte man der Hangkante weiter bis nach Nackenheim, dessen markante Kirche St. Gereon bereits von weitem grüßte.

Auf dem Marktplatz in Nackenheim, mit dem 1751 erbauten Ratshaus und der Büste Carl Zuckmayers, der 1896 hier geboren wurde, trennten sich die Wanderer in zwei Gruppen. Für eine Gruppe endete hier die Wanderung, während die andere Gruppe noch zur Pfarrkirche St. Gedeon aufstieg und die restlichen 6 km zum Etappenziel Bodenheim weiterwanderte.

Bereits im Bus hatten die Wanderführer einen Dialog aus dem Zuckmayer-Roman „Des Teufels General“ vorgetragen. Mit dieser Homage an den Menschenschlag der Bewohner des Rheintals wurde an den großen rheinhessischen Dichter erinnert.

Daran anknüpfend erfuhren die Wanderer, dass Bodenheim im Mittelalter im Besitz des Benediktinerordens St. Alban in Mainz gewesen war, der diesen Besitz bald in ein Ritterstift umwandelten. Die Stadt Bodenheim widmet noch heute dem Stadtpatron St. Alban eine Kirche, eine Weinlage und ein bacchiantisches Weinfest. Der Name der kleinsten Einzellage heißt übrigens Reichsritterstift und im Schatten seiner Ruine strömen jährlich Massen zum St.Albansfest.

Im Gutsausschank Weinstube Kapellenhof konnten dann beide Gruppen bei der Abschlussrast diese Weine genießen und beim Verzehr von rheinhessischen Köstlichkeiten diese ereignisreiche Wanderung noch einmal Revue passieren lassen.

Mit einem Dank an das Wanderführerteam Volker Specht, Antje und Klaus-Peter Franz sowie Franz-R. Delzeit endete diese in jedem Sinne genussreiche Tour. Gegen 19:00 Uhr erreichte die zufriedene Wanderschar dann wieder Otzberg.

Fazit:  Der OWK, meist unterwegs zu Fuß auf Schusters Sohlen,

           weiß nur zu gut, wo auch andre Genüsse sind zu holen.

Jahreshauptversammlung 2018